Seit dem 17. März 2026 gibt es einen neuen SCHUFA-Score. Er ersetzt für Verbraucher den bisherigen Prozentwert durch eine Punktzahl zwischen 100 und 999 und beruht auf zwölf offengelegten Kriterien. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie der neue Score berechnet wird, was Ihre Punktzahl bedeutet, wie Sie ihn kostenlos einsehen und was Sie tun können, um ihn zu verbessern.
Das ändert sich mit dem neuen SCHUFA-Score
Bisher erhielten Verbraucher von der SCHUFA einen Basisscore in Prozent, dessen Berechnung kaum nachvollziehbar war. Der neue Score wird dagegen auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten angegeben – je höher der Wert, desto besser wird die Bonität eingeschätzt. Er beruht auf zwölf festgelegten Kriterien, deren Gewichtung öffentlich einsehbar ist. Einkommen, Beruf und Vermögen fließen nicht in den Score ein.
Wichtig zu wissen: Nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nutzt bislang nur ein Teil der SCHUFA-Vertragspartner den neuen Score. Viele Banken und Unternehmen arbeiten weiterhin mit älteren Branchenscores. Ihre Bank kann Ihre Bonität also anders einstufen, als es Ihre Punktzahl vermuten lässt.
Die zwölf Kriterien und ihr Gewicht
Jedes Kriterium bringt eine bestimmte Spanne an Punkten. Den größten Einfluss haben Zahlungsstörungen. Die folgende Übersicht fasst die Kriterien und ihre Punktspannen zusammen, wie sie unter anderem der ADAC und bonify veröffentlicht haben:
| Kriterium | Punkte | Was sich positiv auswirkt |
| 1. Zahlungsstörungen | 100–264 | Keine Zahlungsstörungen; erledigte Störungen wirken besser als offene |
| 2. Alter des ältesten Bankvertrags | 0–69 | Eine lange Teilnahme am Finanzleben |
| 3. Alter der ältesten Kreditkarte | 0–81 | Eine seit Langem bestehende Kreditkarte |
| 4. Alter der aktuellen Adresse | 0–94 | Lange Wohndauer an derselben Adresse |
| 5. Alter des jüngsten Rahmenkredits | 0–36 | Kein kürzlich eingeräumter Rahmenkredit |
| 6. Anfragen und Abschlüsse bei Girokonten und Kreditkarten (12 Monate) | 0–117 | Wenige Anfragen und Abschlüsse |
| 7. Anfragen außerhalb des Bankenbereichs (12 Monate) | 0–99 | Wenige Anfragen etwa aus Handel oder Telekommunikation |
| 8. Neu aufgenommene Ratenkredite (12 Monate) | 0–66 | Keine neuen Ratenkredite |
| 9. Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite | 0–61 | Kurze Restlaufzeiten |
| 10. Kreditstatus | 0–19 | Nur erledigte, keine offenen Kredite |
| 11. Immobilienkredit | 0 oder 55 | Ein bestehender Immobilienkredit |
| 12. Identitätsprüfung | 0 oder 38 | Eine durchgeführte Identitätsprüfung |
Mehrere Anfragen für Girokonten oder Kreditkarten innerhalb von 28 Tagen zählen nur als eine Anfrage. Wer Angebote vergleicht, wird dafür also nicht mehrfach bestraft.
Was Ihre Punktzahl bedeutet
Die SCHUFA ordnet die Punktzahl in Bewertungsklassen ein. Nach Übersichten von ADAC und Capitalo gelten folgende Bereiche:
| Punkte | Bewertung |
| 776 bis 999 | Hervorragend |
| 709 bis 775 | Gut |
| 642 bis 708 | Akzeptabel |
| 100 bis 641 | Ausreichend |
| Kein Score | Ungenügend – bei offenen, unbezahlten Forderungen |
Die meisten Menschen in Deutschland liegen in den oberen Klassen: Laut Sparkasse haben 62 Prozent einen hervorragenden und weitere 20 Prozent einen guten Score. Wer offene Zahlungsstörungen hat, erhält gar keinen Score.
So sehen Sie Ihren SCHUFA-Score kostenlos ein
Sie haben zwei kostenlose Möglichkeiten:
- SCHUFA-Onlinekonto: Unter app.schufa.de können Sie sich kostenlos registrieren und nach einer Identifizierung, etwa mit der Online-Ausweisfunktion oder per PIN-Brief, Ihre gespeicherten Daten und Ihren Score jederzeit online einsehen.
- Datenkopie nach Art. 15 DSGVO: Über meineschufa.de können Sie eine kostenlose Kopie Ihrer gespeicherten Daten anfordern, die Ihnen per Post zugeschickt wird.
Kostenpflichtige Produkte wie eine Bonitätsauskunft für den Vermieter brauchen Sie nur, wenn ein Dritter ausdrücklich einen solchen Nachweis verlangt. Um Ihre eigenen Daten zu prüfen, reichen die kostenlosen Wege.
Warum eine Bank trotzdem ablehnen kann
Ein guter Score ist keine Kreditzusage. Banken müssen vor jedem Verbraucherkredit nach § 505a BGB prüfen, ob Sie den Kredit voraussichtlich zurückzahlen können – und dafür vor allem Ihr Einkommen und Ihre laufenden Ausgaben betrachten, die im Score gar nicht enthalten sind. Zudem hat der Europäische Gerichtshof im Dezember 2023 entschieden, dass eine Kreditentscheidung nicht allein automatisiert auf einem Score beruhen darf. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Guter Score und trotzdem kein Kredit.
So verbessern Sie Ihren Score
- Pünktlich zahlen: Zahlungsstörungen haben das größte Gewicht. Begleichen Sie offene Forderungen so schnell wie möglich.
- Anfragen bündeln: Vergleichen Sie Konten oder Kreditkarten innerhalb von 28 Tagen, damit mehrere Anfragen nur einfach zählen.
- Konditionsanfragen nutzen: Für Kreditvergleiche sind Konditionsanfragen üblich. Sie fließen nicht in den Score ein.
- Alte Verträge behalten: Ein langjähriges Girokonto oder eine alte Kreditkarte wirken sich positiv aus.
- Nicht mehrere Kredite parallel aufnehmen: Neue Ratenkredite und lange Restlaufzeiten kosten Punkte.
- Daten prüfen: Kontrollieren Sie Ihre Datenkopie und lassen Sie fehlerhafte Einträge berichtigen.
Wie lange Einträge gespeichert bleiben
Eine beglichene Zahlungsstörung bleibt nach Angaben der Sparkasse grundsätzlich drei Jahre nach der Begleichung gespeichert. Zahlen Sie die offene Forderung innerhalb von 100 Tagen nach der SCHUFA-Meldung, verkürzt sich die Speicherdauer auf 18 Monate. Einträge über eine Restschuldbefreiung löscht die SCHUFA bereits nach sechs Monaten.
Kredit trotz schwächerem Score?
Auch mit einem mittleren Score sind Kredite möglich, wenn Einkommen und Ausgaben zur gewünschten Rate passen. Welche Wege es bei negativen Einträgen gibt, erklären wir auf unserer Seite Kredit ohne Schufa. Bei VAIDOO können Sie unverbindlich prüfen lassen, welche Konditionen für Sie infrage kommen; die Anfrage ist als Konditionsanfrage angelegt. VAIDOO ist keine Bank, sondern Kreditvermittler mit Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung.
Häufige Fragen
Der neue SCHUFA-Score gilt seit dem 17. März 2026. Er wird auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten angegeben und beruht auf zwölf offengelegten Kriterien.
Nach den veröffentlichten Bewertungsklassen gelten 776 bis 999 Punkte als hervorragend, 709 bis 775 als gut und 642 bis 708 als akzeptabel. Werte darunter gelten als ausreichend.
Über das kostenlose SCHUFA-Onlinekonto unter app.schufa.de oder mit einer kostenlosen Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, die Sie über meineschufa.de anfordern.
Nein. Einkommen, Beruf und Vermögen fließen nicht in den Score ein. Banken prüfen Ihr Einkommen aber zusätzlich bei der Kreditwürdigkeitsprüfung.
Konditionsanfragen fließen nicht in den Score ein. Mehrere Anfragen für Girokonten oder Kreditkarten innerhalb von 28 Tagen zählen nur als eine Anfrage.
Nein. Bislang nutzt nur ein Teil der SCHUFA-Vertragspartner den neuen Score; viele arbeiten weiterhin auch mit älteren Branchenscores.
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