Viele Kreditkarten bieten an, die monatliche Abrechnung nicht vollständig, sondern nur teilweise zu begleichen. Der Rest wird zu einem Kredit, auf den Zinsen anfallen. Das nennt man Teilzahlung oder Revolving-Kredit. Manche Karten sind sogar standardmäßig auf Teilzahlung eingestellt.
Die Kartentypen im Überblick
| Kartentyp | So wird bezahlt | Kreditfunktion |
| Debitkarte | Sofortige Abbuchung vom Girokonto | keine (außer Kontoüberziehung) |
| Charge-Karte | Umsätze werden gesammelt und einmal im Monat vollständig abgebucht | kurzer zinsfreier Zahlungsaufschub |
| Revolving-Karte (Kreditkarte mit Teilzahlung) | Monatlich nur ein Teilbetrag fällig, der Rest wird verzinst | Echter Kreditrahmen |
Welche dieser Karten ohne SCHUFA-Abfrage erhältlich sind, erklärt der Ratgeber Kreditkarte ohne SCHUFA.
Wie die Teilzahlung funktioniert
Am Ende des Abrechnungszeitraums erhalten Sie eine Rechnung. Bei Teilzahlung ist nur eine Mindestrate fällig, häufig ein kleiner Prozentsatz des offenen Betrags oder ein fester Mindestbetrag. Der verbleibende Saldo wird in den nächsten Monat übertragen und verzinst. Laut Verbraucherzentrale Sachsen werden bei typischen Karten von 100 Euro Schulden monatlich nur rund 3 Euro zurückgezahlt; die Zinsen liegen meist zwischen 10 und 20 Prozent pro Jahr.
Rechenbeispiel: 2.000 Euro Kartenschulden
Annahmen: offener Saldo 2.000 Euro, effektiver Jahreszins 15 Prozent, keine weiteren Umsätze (Beispielannahmen, kein Angebot).
| Rückzahlung | Dauer | Zinskosten gesamt |
| Mindestrate 3 %, mindestens 20 € | rund 8,4 Jahre | rund 1.020 € |
| Feste Rate 100 € im Monat | rund 2 Jahre | rund 290 € |
| Ratenkredit über 24 Monate zu angenommenen 6,9 % | 2 Jahre | rund 140 € |
Das Beispiel zeigt die Kostenfalle: Mit der Mindestrate zahlen Sie über Jahre ab und am Ende fast die Hälfte der ursprünglichen Schuld zusätzlich an Zinsen. Grund ist der Zinseszins-Effekt auf den nicht getilgten Saldo.
So vermeiden Sie die Kostenfalle
- Vollzahlung einstellen: In den Kartenkonditionen oder im Online-Banking lässt sich meist festlegen, dass die gesamte Abrechnung abgebucht wird.
- Offenen Saldo per Überweisung ausgleichen: Bei Karten ohne Lastschrift überweisen Sie den gesamten Betrag rechtzeitig.
- Abrechnungen prüfen: Achten Sie auf Zinsbuchungen und den offenen Saldo.
- Kreditrahmen kritisch sehen: Ein großzügiger Rahmen verleitet zum Ausgeben und wird bei der SCHUFA als Kreditlinie geführt.
Kartenschulden umschulden
Haben sich auf einer oder mehreren Karten Schulden angesammelt, kann ein Ratenkredit die günstigere Lösung sein: Er hat in der Regel einen niedrigeren Zins, eine feste Rate und ein klares Ende. Wichtig ist, die Karte danach nicht erneut in die Teilzahlung laufen zu lassen. Mehr dazu auf unserer Seite Umschuldung.
Wann eine Teilzahlung vertretbar ist
Für eine kurze Überbrückung von ein oder zwei Monaten kann die Teilzahlung praktisch sein – etwa wenn eine größere Zahlung unerwartet anfällt und das Gehalt bald kommt. Als dauerhafte Finanzierung ist sie meist deutlich teurer als ein Ratenkredit. Eine Begriffserklärung finden Sie im Lexikon unter Revolving-Kredit.
Häufige Fragen
Eine Karte, bei der Sie die monatliche Abrechnung nicht vollständig begleichen müssen. Der offene Rest wird zu einem Kredit, auf den Zinsen anfallen.
Laut Verbraucherzentrale Sachsen meist zwischen 10 und 20 Prozent pro Jahr. Die genauen Konditionen stehen im Preisverzeichnis der Karte.
In vielen Fällen über das Online-Banking oder ein Formular des Kartenanbieters. Alternativ überweisen Sie den gesamten offenen Betrag rechtzeitig.
Oft ja, weil Ratenkredite in der Regel einen niedrigeren Zins und eine feste Laufzeit haben. Die Karte sollte danach nicht erneut in die Teilzahlung laufen.
Bei der Charge-Karte wird die Abrechnung einmal im Monat vollständig abgebucht. Bei der Revolving-Karte ist nur eine Mindestrate fällig, der Rest wird verzinst.
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