Baufinanzierung & Immobilienkredit · ca. 2 Min. Lesezeit

Haus kaufen ohne Eigenkapital: Wann eine Vollfinanzierung möglich ist

Norman Lehmann
Norman Lehmann · Kreditberater & Fachredakteur für Kredite
Veröffentlicht am 30. September 2026 · Aktualisiert am 30. September 2026

Viele Menschen möchten eine eigene Immobilie kaufen, haben aber kaum Ersparnisse. Banken bieten dafür die sogenannte Vollfinanzierung an, bei der der Kaufpreis – manchmal sogar die Kaufnebenkosten – komplett über einen Kredit finanziert wird. Das ist möglich, hat aber seinen Preis. Dieser Ratgeber zeigt, für wen eine Finanzierung ohne Eigenkapital infrage kommt und worauf Sie achten müssen.

Was ist eine Vollfinanzierung?

Bei einer Vollfinanzierung finanziert die Bank den gesamten Kaufpreis der Immobilie. Finanziert sie auch die Kaufnebenkosten mit, spricht man häufig von einer 110-Prozent-Finanzierung. Die Kaufnebenkosten sind erheblich: Allein die Grunderwerbsteuer liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises, hinzu kommen Notar, Grundbuch und gegebenenfalls ein Makler.

Warum Eigenkapital so wichtig ist

Je höher der Kredit im Verhältnis zum Wert der Immobilie ist, desto größer ist das Risiko der Bank. Deshalb verlangen Banken bei einer Vollfinanzierung in der Regel deutlich höhere Zinsen. Nach Einschätzung der Stiftung Warentest ist eine Vollfinanzierung teuer und eher für gut verdienende Käufer mit sicherem Arbeitsplatz geeignet.

Die Risiken einer Finanzierung ohne Eigenkapital

Wer eine Vollfinanzierung bekommen kann

Banken vergeben Vollfinanzierungen vor allem an Käufer mit hohem, sicherem Einkommen, etwa unbefristet Beschäftigte oder Beamte, und mit einer guten Bonität. Auch die Immobilie selbst muss überzeugen: Lage und Zustand sollten einen stabilen Wert erwarten lassen.

So ersetzen oder schaffen Sie Eigenkapital

Wenn Sie ohne Eigenkapital finanzieren

Entscheiden Sie sich dennoch für eine Vollfinanzierung, sollten Sie eine hohe Tilgung, eine lange Zinsbindung und Sondertilgungsrechte vereinbaren. Stiftung Warentest rät zu einer hohen Tilgung, damit die Schuld schnell sinkt. Rechnen Sie außerdem mit einer ehrlichen Haushaltsrechnung, wie hoch Ihre Rate sein darf – unser Ratgeber Wie viel Haus kann ich mir leisten? zeigt, wie das geht.

Bei VAIDOO können Sie unverbindlich prüfen lassen, welche Baufinanzierung für Ihre Situation infrage kommt. VAIDOO ist keine Bank, sondern Kreditvermittler mit Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung.

Worauf Sie sich verlassen können
Ermöglicht den Immobilienkauf, auch wenn kaum Ersparnisse vorhanden sind.
Für Käufer mit hohem, sicherem Einkommen grundsätzlich erhältlich.
Fördermittel und Bausparguthaben können fehlendes Eigenkapital teilweise ersetzen.
Was Sie bedenken sollten
Deutlich höhere Zinsen als bei einer Finanzierung mit Eigenkapital.
Bei einem frühen Verkauf kann eine Restschuld bleiben.
Kaum finanzieller Puffer für Reparaturen und unerwartete Ausgaben.

Häufige Fragen

Ja, mit einer Vollfinanzierung. Banken vergeben sie aber vor allem an Käufer mit hohem, sicherem Einkommen und verlangen höhere Zinsen.

Eine Finanzierung, bei der neben dem Kaufpreis auch die Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und Makler über den Kredit finanziert werden.

Weil die Bank ein höheres Risiko trägt, wenn der Kredit den gesamten Wert der Immobilie abdeckt. Sie gleicht das mit höheren Zinsen aus.

Neben Ersparnissen etwa Bausparguthaben, ein eigenes Grundstück, Wertpapiere, Schenkungen und bei Neubau oder Sanierung teilweise auch Eigenleistung.

Auf eine hohe Tilgung, eine lange Zinsbindung, Sondertilgungsrechte und eine realistische Haushaltsrechnung mit ausreichendem Puffer.

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