Baufinanzierung & Immobilienkredit · ca. 2 Min. Lesezeit

Wie viel Eigenkapital braucht man für den Hauskauf?

Norman Lehmann
Norman Lehmann · Kreditberater & Fachredakteur für Kredite
Veröffentlicht am 1. Oktober 2026 · Aktualisiert am 1. Oktober 2026

Eigenkapital ist bei der Baufinanzierung der wichtigste Hebel: Es senkt den Kreditbetrag, verbessert die Zinsen und macht die Finanzierung robuster gegen Zinsänderungen. Doch wie viel sollte es sein – und was zählt überhaupt dazu?

Die Faustregel

Empfohlen werden in der Regel 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises plus die Kaufnebenkosten. Die Nebenkosten sollten Sie mindestens aus eigenen Mitteln bezahlen können, denn Banken finanzieren in erster Linie den Wert der Immobilie.

Kaufnebenkosten Typische Höhe
Grunderwerbsteuer 3,5 bis 6,5 Prozent – je nach Bundesland
Notar und Grundbuch rund 1,5 bis 2 Prozent
Maklerprovision bei Wohnungen und Einfamilienhäusern meist bis zu 3,57 Prozent für den Käufer (Teilung mit dem Verkäufer)

Insgesamt kommen je nach Bundesland und Makler meist 6 bis über 12 Prozent des Kaufpreises zusammen.

Rechenbeispiele

Annahmen: Grunderwerbsteuer 5 Prozent, Notar und Grundbuch 2 Prozent, Maklerprovision 3,57 Prozent – zusammen 10,57 Prozent.

Kaufpreis Nebenkosten 20 % Eigenanteil Empfohlenes Eigenkapital gesamt Kreditbetrag
250.000 € 26.425 € 50.000 € 76.425 € 200.000 €
350.000 € 36.995 € 70.000 € 106.995 € 280.000 €
400.000 € 42.280 € 80.000 € 122.280 € 320.000 €
500.000 € 52.850 € 100.000 € 152.850 € 400.000 €

Wie viel Eigenkapital bei 200.000 Euro Kredit? Soll der Kredit höchstens 80 Prozent des Kaufpreises ausmachen, passt er zu einer Immobilie für rund 250.000 Euro. Nach der Faustregel wären dann rund 76.000 Euro Eigenkapital ideal – 50.000 Euro Eigenanteil plus etwa 26.000 Euro Nebenkosten.

Welche Monatsrate sich für den jeweiligen Kreditbetrag ergibt, zeigt unser Ratgeber Kredit 100.000 bis 400.000 Euro: Monatliche Rate.

Warum mehr Eigenkapital günstigere Zinsen bringt

Banken staffeln ihre Zinsen nach dem Beleihungsauslauf – also danach, welchen Anteil des Beleihungswerts der Kredit ausmacht. Typische Schwellen liegen bei 60, 80 und 90 Prozent. Unterhalb jeder Schwelle wird der Zins in der Regel günstiger. Liegt der Kredit bei 100 Prozent oder darüber, verlangen Banken meist deutliche Aufschläge.

Was zählt als Eigenkapital?

Nicht als Eigenkapital zählen künftige Einkommen, erwartete Erbschaften und gebundene Vermögenswerte wie das Auto. Ein Darlehen der Eltern ist rechtlich ebenfalls kein Eigenkapital – manche Banken akzeptieren es aber als Eigenkapitalersatz, wenn es nachrangig und tilgungsfrei vereinbart ist.

Was, wenn das Eigenkapital nicht reicht?

Nicht alles Eigenkapital einsetzen

Behalten Sie eine Reserve für Umzug, Einrichtung und unerwartete Reparaturen. Als Orientierung gelten mehrere Monatsgehälter als Notgroschen. Wer alles Ersparte in die Immobilie steckt, muss bei der ersten kaputten Heizung schnell einen teuren Kredit aufnehmen.

Worauf Sie sich verlassen können
Mehr Eigenkapital senkt Kreditbetrag, Zinsen und Monatsrate.
Niedrigerer Beleihungsauslauf verbessert die Konditionen spürbar.
Eine solide Eigenkapitalbasis schützt vor Zinsrisiken bei der Anschlussfinanzierung.
Was Sie bedenken sollten
Hohe Kaufnebenkosten binden einen großen Teil des Ersparten.
Zu viel eingesetztes Eigenkapital lässt keine Reserve für Notfälle.
Das Ansparen von 20 Prozent plus Nebenkosten dauert oft viele Jahre.

Häufige Fragen

Empfohlen sind 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises plus Kaufnebenkosten. Mindestens die Nebenkosten sollten aus eigenen Mitteln bezahlt werden.

Bei einer Beleihung von 80 Prozent passt ein Kredit über 200.000 Euro zu einem Kaufpreis von rund 250.000 Euro. Ideal wären dann etwa 76.000 Euro Eigenkapital inklusive Nebenkosten.

Je nach Bundesland und Makler meist 6 bis über 12 Prozent des Kaufpreises – vor allem Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Maklerprovision.

Teilweise. Banken erkennen Eigenleistungen beim Bau oder der Renovierung in begrenztem Umfang an, wenn sie realistisch kalkuliert und nachvollziehbar sind.

Rechtlich nicht. Manche Banken akzeptieren ein nachrangiges, tilgungsfreies Familiendarlehen aber als Eigenkapitalersatz. Eine Schenkung zählt dagegen als Eigenkapital.

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